Fortschritt

5. September 2009

In Cicero schreibt Michael Miersch über die Technikfeindlichkeit in Deutschland:

Kein westliches Land ist so technikfeindlich und fortschrittspessimistisch wie Deutschland, konstatiert die amerikanische Newsweek. Nirgendwo sonst auf der Welt sind Atomkraft, Gentechnik und Stammzellenforschung so geächtet, Chemieangst und Mobilfunkfurcht so verbreitet.

Und weiter

Große Teile der sogenannten technischen Intelligenz – Ingenieure, Naturwissenschaftler, Techniker – haben sich frustriert aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Sie zappen weg, wenn politische Magazine im Fernsehen laufen, und schauen nur noch selten in die Zeitungen, weil sie dort nichts weiter zu erwarten haben als die nächste Hysterie. Sie fühlen sich fremd im eigenen Land – obwohl sie den Wohlstand dieses Landes zu einem Großteil erwirtschaften. Sie erhoffen nichts mehr von den Parteien, weil sie zu oft erlebt haben, wie Politiker die Ängste bedienen, die technophobe Aktivisten schüren.

Miersch möchte, das sich die SPD wieder zu einer “Fortschrittspartei” entwickelt. Ich halte das für utopisch. Das wäre eine komplette Neuerfindung. Mit dem derzeitigen Personal ist das nicht zu machen. Warum nicht die Piratenpartei? Dort tummeln sich genau die Ingenieure, Techniker und Naturwissenschaftler, die sich von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen. Das die Piraten in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen, ist mindestens so wahrscheinlich, wie aus der SPD eine Fortschrittspartei zu machen.
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