Da gibt es doch tatsächlich eine iPhone/iPad-App, mit der man die aktuelle Spiegel-Bestsellerliste anzeigen kann. Kostet 0,79€. Aber wozu bitte? Die Liste hängt in jeder Buchhandlung, es gibt Aie online. Wenn man mit der App gleich direkt die Bücher als eBook kaufen könnte. Nein, es gibt nur eine Suchfunktion für die nächste Buchhandlung.

Warum verarschen die deutschen Verlage uns Kunden so? Hab jetzt seit einem Jahr ein iPad, und ich hätte schon viele Male gerne ein Buch, was mich interessiert, als eBook gekauft. Entweder gibt es das gar nicht, oder in den sehr seltenen Fällen wo doch, soll es genauso viel kosten, die ein gebundenes Exemplar aus toten Bäumen. Ich hab dann meist gar nichts gekauft, auch die Papierausgabe nicht.

Da tut sich ein grosser Markt auf, und hier in Deutschland sind die allermeisten Verlage nicht flexibel genug, sich darauf einzustellen. Und lassen sich so die Chance entgehen, da mitzuspielen, wo in Zukunft die allermeisten Menschen Medien konsumieren.

Gott der Woche

30. Mai 2010

Die Zeit hat ja seit einigen Wochen eine Rubrik „Glauben und Zweifeln“, bei deren Einführung ich mir kurz überlegt hatte, mein Abo zu kündigen. Hab es dann aber doch gelassen, weil ich wegen einer Seite befürchteter religiöser Propaganda nicht auf den Rest verzichten möchte. In dieser Woche liest man dort unter anderen ein paar Zeilen über Aton, überschrieben mit „Gott der Woche“.

„Gott der Woche“, drei Worte, die die Absurdität des Glaubens kaum deutlicher machen könnten. Fast jede Kultur auf unserem Planeten hatte und hat Schöpfungsmythen und die Vorstellung des Einflusses übernatürlicher Wesen auf das eigene Leben. Die plausibelste Erklärung dafür ist immer noch, das wir Menschen uns das jeweils ausgedacht haben, Hirngespinste auf der Suche nach Antworten.

Ob die Zeit diese Assoziation bei „Gott der Woche“ erwartet hat?

Erinnert sich noch jemand an den Aufruhr im Blätterwald zum Thema Tagesschau iPhone-App? Die FDP hat inzwischen bei der EU-Kommission nachgefragt. Die alles andere als ausgewogene Berichterstattung in den deutschen Medien hat Stefan Niggemeier dokumentiert:

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten

Inzwischen ist man offensichtlich deutlich besser informiert, wenn man sich abseits klassischer Medien bedient.