Mitleid

23. Dezember 2009

Gestern bei Maischberger: “Himmel, Hölle, Nirvana – wozu brauche ich Gott?” Inzwischen kann ich nur noch Mitleid empfinden, wenn Gläubige von ihrem Gott erzählen. Der einzige Lichtblick in der Sendung war Assunta Tammelleo, Vorsitzende des Bundes für Geistesfreiheit München, die aber leider gegen die Übermacht der Religiösen einen schweren Stand hatte.

Als die Nonne in der Sendung sinngemäß meinte, Atheisten glauben auch an etwas, hätte ich mir gewünscht, dieses Zitat wäre gefallen:

"Wenn Atheismus ein Glaube ist, dann ist Glatze eine Haarfarbe"

Froh bin ich, das in meiner Familie Weihnachten nichts mit Kirche, Glaube, Religion zu tun hat, sondern einfach dem Zusammensein, dem  guten Essen, Geschenke austauschen und der Entspannung dient.

Advertisements

Zeitung Lesen

18. November 2009

Eine Zeitung zu lesen, ist antiquiert, gestrig. Mit dem Internet aufgewachsen, braucht die “Generation C64” keine klassische Zeitung mehr, hört man regelmäßig. Seit zwei Jahren lese ich Die Zeit. Doch in den letzten beiden Wochen habe ich sie nach einem Blick auf den Titel, einfach ungelesen auf dem Frühstückstisch liegen lassen. Eben fällt der Blick auf den Stapel und ertappe mich bei dem Gedanken, das Abo zu kündigen. Stattdessen fange ich an, in der Ausgabe der letzten Woche zu blättern. Ein Artikel über den Rassisten, der in Dresden eine Frau umgebracht hat. Ein Kommentar zu Westerwelles Start als Außenminister (“20000 Flugkilometer, ohne ein Fettnapf zu treffen”). Ein Kündigungsschreiben eines amerikanischen Armee-Diplomaten, der nicht mehr versteht, was die USA in Afghanistan tun. Das Dossier “Ein Land verlernt das Lesen” über die Unlust der Deutschen zu lesen, muss ich leider auf heute abend verschieben.

Morgen schaue ich wieder gleich rein, und lasse sie nicht liegen, auch wenn der Titel langweilt 🙂

Jazz

28. August 2009

Hab mir eben kurzentschlossen Karten für zwei Abende der Leverkusener Jazztage im November bestellt. Beim ersten Konzert spielt Marcus Miller “Tutu Revisited”,  ja genau, Miles Davis’ Tutu. Den Trompeten-Part übernimmt der geniale Christian Scott. Dessen zweites Album “Anthem” ist ein absoluter Hammer. Abschließen wird den Abend Avishai Cohen, hierzulande leider noch nicht sehr bekannter, israelisch-amerikanischer Jazz Bassist, Komponist und Sänger. Seine aktuelle CD “Aurora” hat “Der Schallplattenmann” letztens heftig gelobt und dabei nicht übertrieben.

Das zweite Konzert ist von ähnlichem Kaliber. Erst spielt Tower Of Power. Viel spannender finde ich aber den zweiten Teil. den Julian und Roman Wasserfuhr bestreiten, zwei junge Jazz-Musiker aus Hückeswagen, einem kleinen Ort im bergischen Land nicht weit von Köln. Vor drei Jahren haben die zwei ihr Debütalbum “Remeber Chet” bei ACT Music rausgebracht. Ich kannte die zwei bis vor kurzem nicht. Mein Lieblingsposaunist Nils Landgren hat die beiden gehört und war wohl beindruckt. Er hat sie nach Schweden eingeladen und eine Platte produziert. Rausgekommen ist die zweite CD “Upgraded in Gothenburg”, die ich jetzt schon hätte, wäre Amazon ein wenig fixer gewesen 😦 Nils hat gleich noch ein paar Kollegen eingeladen: Lars Danielsson, Anders Kjellberg, Magnus Lindgren und Ida Sand. Natürlich hat er auch selbst zur Posaune gegriffen. Die beiden Wasserfuhrs spielen nun den Abend in Leverkusen zusammen mit Nils Landgren, Lars Danielsson, von dessen aktueller Platte “Tarantella” ich nicht genug bekommen kann, und Anders Kjellberg.

Das werden zwei absolut geniale Jazzabende 🙂

Digitaz?

21. August 2009

Ich ertappe mich dabei, das ich in letzter Zeit öfter auf www.taz.de in die aktuelle Ausgabe schaue, die man auch online lesen kann. Aber irgendwie fehlt was. Sind die wenigen Bilder und das Layout tatsächlich so relevant für den Lese-Eindruck? Wahrscheinlich schon. Am meisten vermisse ich die Übersicht. Mit einem Blick erfassen, welche Artikel auf einer Seite angeboten werden, um dann zu entscheiden, ob und welchen man liest.

Eine Tageszeitung kommt überhaupt nicht in Frage. Die örtlichen bekomme ich beim Zahnarzt regelmäßig im Wartezimmer zu sehen. Das ist einfach nur unsäglich, was da geboten wird. Will ich mir nicht antun. Vor ein paar Jahren hatte ich mal die Süddeutsche im Abo, dann aber gemerkt, das ich nur wenig davon gelesen habe, an manchen Tagen gar nichts.

Die taz hat ein digitales Abo, genannt “Digitaz”. Man bekommt die aktuelle Ausgabe entweder per EMail oder kann sie runterladen. Es gibt verschiedene Formate.  HTML ähnelt im Aussehen sehr der Webseite. PDF, wo man das Original-Layout hat inklusive der Bilder. Ist allerdings zum Lesen nicht optimal, da man viel hin und her scrollen muss. Das EPub-Format, ein quasi-Standard für eBook-Lesegeräte, ist ein Mix aus beiden. Jede Zeitungsseite ist in schwarz-weiss im Original-Layout abgebildet, danach kommen die einzelnen Artikel als reiner  Text. 

Die preisliche Hürde ist relativ niedrig, kostet 10€ im Monat. Aber lohnt das, wenn ich jetzt schon weiss, das ich nicht jeden Tag intensiv darin lese? Ich probiere es einfach mal. Man kann es ja monatlich wieder kündigen.

Nachtrag: Hab es gerade bestellt. In der Bestätigungsmail steht:

Die Bestellung des digitalen Abonnements ist erfolgreich
bestätigt. In den nächsten Tagen bekommen Sie die Zugangsdaten.

Freundliche Grüße – das digi-abo-team.

Das glaub ich jetzt nicht. “Ich den nächsten Tagen” Ich erwarte, das sowas innerhalb eines Tages geht.

Endlich Wochenende

1. August 2009

Was bin ich froh, das diese Arbeitswoche vorbei ist. Mein Chef hat mir vor ca. vier Wochen eröffnet, das unsere Geldgeber ohne weitere Kosteneinsparungen kein weiteres Investment tätigen werden, das die Kurzarbeit dafür nicht reiche, und das wir deshalb etwa ein Dutzend Leute entlassen müssen. Ich durfte dann zusammen mit den anderen Teamleitern in unserer Abteilung aussuchen, wen es trifft. Die Entscheidung war erstaunlicherweise relativ leicht, aber bis diese Woche die Kündigungen ausgesprochen wurden, durfte ich mir natürlich nichts anmerken lassen. Jeden Tag “Business as usual” während man weiss, wer am Ende des Monats seine Kündigung bekommt, war schwer.

Jetzt ist zwar einerseits diese Last weg, aber insgesamt ist die Stimmung natürlich noch schlechter als nach Einführung der Kurzarbeit. Mich selbst spornt die schwierige Situation eher an und ich halte gar nichts von Schwarzmalerei, auch wenn die Lage ernst ist. Lieder gibt es einige Kollegen, die das ganz anders sehen. Deren Scheissegal-Haltung “Der Laden geht ja eh den Bach runter” nervt ziemlich.