Heise berichtet, das die von den Privatsendern angekündigten HD+ Sendungen zwar mit zertifizierten Receivern aufgezeichnet werden können, aber den Receiver nicht verlassen dürfen. Die Lieblingsserie nach dem aufzeichnen konvertieren und zum Unterwegs-Schauen auf den îPod packen ist also nicht. Außerdem sollen die Receiver verhindern, das man Werbung überspringt. Ich soll also für die schöne neue Fernsehwelt bezahlen, mir dafür aber vorschreiben lassen, wie ich schaue.

Bei meinem Windows Mediacenter, der analoges Kabel empfängt, schätze ich gerade das Timeshifting und Überspringen der Werbeblöcke. Inzwischen ist es kaum vorstellbar, das man auch ohne fernsehen kann. Leider gibt es vom Kabelnetzbetreiber keine Möglichkeit mit dem Windows Mediacenter auch digitales Kabelfernsehen zu empfangen, was der Bild- und Tonqualität sehr zuträglich wäre. Satellit geht hier baulich nicht.

ARD und ZDF wollen die analoge Ausstrahlung in ein paar Jahren beenden und die Kabelnetzbetreiber werden das trotz anderslautender Versprechungen wahrscheinlich auch eher früher als später tun. Dann bleibt, außer Verzicht auf den Mediacenter-Komfort und Umstieg auf die Gängelei durch HD+ oder ähnliches, eigentlich nur noch der komplette Verzicht aufs Fernsehen.

Inzwischen finde ich den Gedanken, überhaupt nicht mehr fernzusehen, gar nicht so abwegig. DRM-verkrüppeltes, kostenpflichtiges HD-Fernsehen kommt mir jedenfalls nicht ins Haus.

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Bücher gelöscht

18. Juli 2009

Ich gehe in den nächsten Buchladen, stöbere eine Zeit lang und kaufe dann ein Buch. Ein paar Tage später kommt der Buchhändler bei mir zu Hause vorbei, nimmt ohne mich zu fragen das Buch wieder mit und gibt mir das Geld zurück. Unvorstellbar?

Amazon.com hat genau das gemacht. Kunden, die George Orwells “1984” und “Animal Farm” als eBook für den Kindle gekauft hatten, mussten feststellen, das Amazon die Bücher einfach ohne Nachfrage wieder vom Kindle gelöscht hatten. Der Firma, die Amazon die Bücher geliefert hatte, fehlten wohl die nötigen Vertriebsrechte.

Das ist genau der Grund, warum “Digital Rights Management” besser “Digital Restrictions Management” heißen müsste und für Kunden nur Nachteile bringt. Die Musikverwerter scheinen das so langsam begriffen zu haben und bieten inzwischen Musik online zum Kauf an, ohne sie mit DRM zu verkrüppeln. Verlage versuchen es immer noch mit DRM und wundern sich, warum das eBook Geschäft nicht in Schwung kommt.