Dinosaurier

19. August 2009

Die Nachrichtenagentur Associated Press will um Erlaubnis gefragt werden, bevor man ihre Nachrichten benutzt oder verlinkt, schreibt Spiegel Online . Jede Meldung soll nicht nur Metadaten enthalten, sondern auch ein “tracking beacon”, welches nach Hause telefoniert, wer, wann auf welcher Webseite die Nachricht gelesen hat. Außerdem soll ein Suchprogramm (“Robot”) das Netz nach AP Meldungen absuchen und alles zusammen in einer Tracking-Datenbank abgelegt werden. Schon das Zitieren einer Überschrift und Setzen eines Links auf den Artikel solle lizenzpflichtig sein. Jeff Jarvis kommentiert treffend: “That would kill the internet” (“Das würde das Internet zerstören”). Wenn AP es durchsetzen könnte, was ich stark bezweifle. Und was Datenschützer, zumindest hier in Deutschland, dazu sagen, kann man sich auch leicht ausmalen.

Was machen Nachrichtenagenturen wie AP eigentlich? Nachrichten vermitteln. Nützlich, wenn man als Nachrichtenkonsument außer Post, Telefon oder Telegramme keine anderen Möglichkeiten hat, an aktuelle Meldungen zu kommen. AP, Reuters, DPA und Co. sind Vermittler. Geschrieben werden Nachrichten von Reportern vor Ort. Wozu braucht man aber solche Vermittler noch, wenn jeder selber mit ein paar Mausklicks seine Texte ins Internet stellen kann und Suchmaschine wie Google es uns einfach machen, sie zu finden?

Das letzte Aufbäumen eines Dinosauriers bevor er stirbt.