DE-Fail

11. Oktober 2009

Vor ein paar Tagen ging ja durch die Presse,das Schäubles DE-Mail Projekt in die Pilotphase gegangen ist. Der Bürger, also wir alle sollen damit EMails rechtsverbindlich versenden und empfangen können. Zu schön, um wahr zu sein?

Das Ding ist beängstigend. Es gibt keine Ende-zu-Ende Verschlüsselung, sondern der DE-Mail Provider übernimmt das. Provider, wie die Deutsche Telekom. Ja genau die, die in letzter Zeit durch diverse Datenskandale aufgefallen ist.

Natürlich muss man sich vor Benutzung identifizieren. Das soll via PostIdent-Verfahren gehen, später mit dem elektronischen Personalausweis. Zusammen ergibt sich: Keine Ende-zu-Ende Verschlüsselung, also leichte Abhörbarkeit, Identifikation gleich eindeutige Zuordnung zu einer Person, also das perfekte EMail-Überwachungsinstrument.

Wie die rechtsverbindliche Zustellung gestaltet werden soll, ist mir ein Rätsel. Wird der Provider den Eingang in meinem Postfach bestätigen? Wenn ja, ist man dann verpflichtet, dort regelmäßig nachzusehen?

Rette deine Freiheit

14. September 2009

Vorsicht Ironie:

www.rettedeinefreiheit.de

Dinosaurier

19. August 2009

Die Nachrichtenagentur Associated Press will um Erlaubnis gefragt werden, bevor man ihre Nachrichten benutzt oder verlinkt, schreibt Spiegel Online . Jede Meldung soll nicht nur Metadaten enthalten, sondern auch ein “tracking beacon”, welches nach Hause telefoniert, wer, wann auf welcher Webseite die Nachricht gelesen hat. Außerdem soll ein Suchprogramm (“Robot”) das Netz nach AP Meldungen absuchen und alles zusammen in einer Tracking-Datenbank abgelegt werden. Schon das Zitieren einer Überschrift und Setzen eines Links auf den Artikel solle lizenzpflichtig sein. Jeff Jarvis kommentiert treffend: “That would kill the internet” (“Das würde das Internet zerstören”). Wenn AP es durchsetzen könnte, was ich stark bezweifle. Und was Datenschützer, zumindest hier in Deutschland, dazu sagen, kann man sich auch leicht ausmalen.

Was machen Nachrichtenagenturen wie AP eigentlich? Nachrichten vermitteln. Nützlich, wenn man als Nachrichtenkonsument außer Post, Telefon oder Telegramme keine anderen Möglichkeiten hat, an aktuelle Meldungen zu kommen. AP, Reuters, DPA und Co. sind Vermittler. Geschrieben werden Nachrichten von Reportern vor Ort. Wozu braucht man aber solche Vermittler noch, wenn jeder selber mit ein paar Mausklicks seine Texte ins Internet stellen kann und Suchmaschine wie Google es uns einfach machen, sie zu finden?

Das letzte Aufbäumen eines Dinosauriers bevor er stirbt.

Hin und wieder…

3. August 2009

… schreibt der Spiegel ja sogar noch was brauchbares. In der aktuellen Ausgabe ein Artikel überschrieben mit “Aufstand der Netzbürger”, den es auch online nachzulesen gibt. So langsam kommt das Thema Netzpolitik auch in den “klassischen” Medien an.

Süchtig

1. August 2009

“die Ennomane” schreibt über die sogenannte Internet-Sucht und den undifferenzierten Blick den die Internet-Ignoranten dabei an den Tag legen. Ich teile die Wahrnehmung, ist sie doch ein Ausdruck der typisch deutschen Abneigung gegen Unbekanntes. Es ist neu, wird nicht verstanden, also ist es schlecht.

Und da große, einfache Schlagzeilen oft besser ankommen als eine differenzierte Auseinandersetzung, ist das Bild des Internet-Nutzern in der Offline-Welt oft das eines Süchtigen, weil er ja ständig Online ist und anscheinend nicht mehr ohne kann.

Inzwischen ist das ganze auch mehr als ein Generationenkonflikt, weil nicht nur die jüngere Generation, die eine Welt ohne Internet nicht mehr kennt, das Netz nutzt, sondern auch viele ältere Menschen. Bestes Beispiel dafür ist meine Mutter. Rentnerin, Laptop, WLAN, Internet-Zugang, täglich online. Über ein Handarbeitsforum hat sie Leute kennengelernt, die nicht nur die letzte Strick-/Stick- und Häkelmode austauschen, sondern sich auch regelmäßig offline treffen. Reisen oder Hotelzimmer werden online gebucht. Ersatz für die kaputte Spülmaschine wird, nach ergebnisloser Offline-Suche vor Ort, bei amazon gekauft.

Wenn Schwarz-Gelb im September die Wahl gewinnt, was leider recht wahrscheinlich ist, wird der Trend zu mehr Restriktionen, Bevormundung und  Überwachung weitergehen und unsere Regierenden werden das Internet weiter als Hort der Kriminalität und Droge betrachten.

Freier DNS

25. Juli 2009

Seit ein paar Monaten habe ich in meiner Fritzbox freie DNS-Server konfiguriert, und zwar den vom foebud e.V. und einen der German Privacy Foundation. Warum? Das nun bald in Kraft tretende sog. Zugangserschwerungsgesetz birgt die große Gefahr als unbescholtener Internet-Nutzer in den Verdacht zu geraten Missbrauchsbilder von Kindern abgerufen zu haben, ohne das man das willentlich tut. Udo Vetter zeigt hier schön, wie schnell sowas passieren kann. In seinem Beispiel ist es ein Kurz-URL Link auf eine nachgemachte Stopp-Seite. Man kann einem Hyperlink prinzipiell nicht ansehen, auf welchen Inhalt er verlinkt. Tipp: Unbedingt die Kommentare zu dem Blogeintrag lesen, insbesondere auch Nr. 137.

Wenn man nur einen Rechner hat, reicht die Änderung des DNS-Servers in der Netzwerkkonfiguration, wie z.B. hier erklärt. Wenn z.B. hinter seiner Fritz Box mehrere Rechner betreibt, macht das entweder bei allen oder stellt in der Fritz Box die DNS-Adressen ein. Das ist z.B. hier beschrieben.

Ich habe in den über 15 Jahren, die ich im Internet unterwegs bin, nie ein Kinder-Missbrauchsbild zu Gesicht bekommen. Aber die Risiken wegen des neuen Gesetzes unfreiwillig auf die Stoppseite gelenkt zu werden und dann einen unappetitlichen Rechtsstreit am Bein zu haben, ist mir zu groß. Deshalb die freien DNS-Server, solange mein ISP nicht auch das blockiert.

Benehmt euch!

23. Juli 2009

Zensursula mal wieder. Jetzt fordert sie Benimmregeln im Internet. Vielleicht sollte der Dame mal jemand sagen, das es schon seit vielen Jahren die Netiquette gibt. Und zwar nicht von wahlkämpfenden Politikerinnen bestimmt, sondern von den Netizens selbst.