Sonntags großzügiger

16. Juli 2009

Interessante Zusammenfassung aktueller Studien über Unterschiede im Verhalten von Gläubigen und Leuten ohne imaginäre Freunde. Es zeigt sich, das zum Beispiel religiöse Menschen in den USA Folter oder Todesstrafe öfter befürworten als Atheisten. Bemerkenswert ist auch eine Studie, in der nachgewiesen wurde, das es keinen Unterschied zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden gibt, wenn es um die Kooperationsfähigkeit in einer Gemeinschaft geht. Und Kirchgänger spenden viel mehr, allerdings nur Sonntags. An den restlichen Tagen ist es deutlich weniger. Bei Atheisten ist es Sonntags etwas weniger als wochentags. In der Summe unterscheiden sich die Gruppen aber nicht.

Spannend, was so zu Tage tritt, wenn Wissenschaftler systematisch anfangen, Religionen zu untersuchen. Viele Religiöse werden die Ergebnisse wahrscheinlich aber nicht so gerne hören. Zeigt es doch, das ihre Weltanschauung sie nicht zu besseren Menschen macht.

Wolfgang Schäuble äußerte letztens, dass “jede freiheitliche Gesellschaft auf ein religiöses Fundament angewiesen bleibt”. Er begründet das mit der Vermittlung von Werten und Moral, was die Aufgabe der Religionsgemeinschaften sei. Wissenschaftliche Forschung zeigt, wie oben erwähnt, das Religiöse eben nicht Werte und Moral gepachtet haben.