Der übliche Wahnsinn…

14. Oktober 2009

…katholischer Christen: http://brightsblog.wordpress.com/2009/10/14/das-bose-ist-schwul-und-geschlechtssensibel/ Die sehen, wie immer mehr Menschen ihre Märchen nicht mehr glauben und der Ton wird radikaler:

Die gegenwärtige „Angriffswelle des Bösen“ richte sich vor allem gegen die Schöpfungsordnung Gottes. Beispiele dafür seien die Homosexualitäts-Bewegung und die Ideologie des Gender Mainstreaming,[…]

Nicht wirklich neu, aber ich habe den Eindruck, das die offene Intoleranz der Kirche allgemein zunimmt. Bemerkenswert ist auch das hier:

Laun warnte ferner vor einem zunehmenden staatlichen Einfluss auf die Kindererziehung, etwa durch Kindergärten und den Sexualkundeunterricht. Hier erliege der Staat der Versuchung der Kompetenzüberschreitung und wolle die Kinder „in die Hand kriegen, um sie nach seinem Bild zu formen“.

Er wirft dem Staat vor, was die Kirche seit Jahrhunderten tut. Unser Staat tut im Gegenteil viel zu wenig, um seine Kinder vor religiöser Indoktrination zu schützen. Und das wird sich mit Pastorentocher Merkel im Kanzleramt auch so bald nicht ändern.

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Inhuman

19. Juli 2009

Vor einiger Zeit sorgte die Reaktion der katholischen Kirche auf ein Verbrechen in Brasilien für Aufsehen. Ein neunjähriges Kind war von ihrem Stiefvater vergewaltigt worden und wurde schwanger. Natürlich wurde eine Abtreibung vorgenommen. Und jetzt kommt der Hammer. Die katholische Kirche sagt, alle, die in irgendeiner Form bei einer solchen Handlung beteiligt sind, werden automatisch aus ihrem Verein ausgeschlossenexkommuniziert, nach der nicht mehr praktizierten Verbrennung wohl die schärfste Strafe, die es bei den Katholiken gibt. Der Papst hat die Regelung kürzlich nochmal bekräftigt. Das ist die gleiche Institution, die letztens noch von unserem Innenminister als das Fundament von Werten und Moral angepriesen wurde.

Was der alte Mann in Rom und seine Mannschaft da propagieren ist zutiefst inhuman.

Nachtrag: PZ Myers findet wie immer treffende Worte für diese Geschichte.

Sonntags großzügiger

16. Juli 2009

Interessante Zusammenfassung aktueller Studien über Unterschiede im Verhalten von Gläubigen und Leuten ohne imaginäre Freunde. Es zeigt sich, das zum Beispiel religiöse Menschen in den USA Folter oder Todesstrafe öfter befürworten als Atheisten. Bemerkenswert ist auch eine Studie, in der nachgewiesen wurde, das es keinen Unterschied zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden gibt, wenn es um die Kooperationsfähigkeit in einer Gemeinschaft geht. Und Kirchgänger spenden viel mehr, allerdings nur Sonntags. An den restlichen Tagen ist es deutlich weniger. Bei Atheisten ist es Sonntags etwas weniger als wochentags. In der Summe unterscheiden sich die Gruppen aber nicht.

Spannend, was so zu Tage tritt, wenn Wissenschaftler systematisch anfangen, Religionen zu untersuchen. Viele Religiöse werden die Ergebnisse wahrscheinlich aber nicht so gerne hören. Zeigt es doch, das ihre Weltanschauung sie nicht zu besseren Menschen macht.

Wolfgang Schäuble äußerte letztens, dass “jede freiheitliche Gesellschaft auf ein religiöses Fundament angewiesen bleibt”. Er begründet das mit der Vermittlung von Werten und Moral, was die Aufgabe der Religionsgemeinschaften sei. Wissenschaftliche Forschung zeigt, wie oben erwähnt, das Religiöse eben nicht Werte und Moral gepachtet haben.

Berliner Modell

2. Juli 2009

ruhrbarone.de berichtet über den Plan der NRW-Regierung, in Schulen auch islamischen Religionsunterricht an den Schulen anzubieten und fragt, warum man nicht besser den Religionsunterricht ganz abschafft.

Ja, das ist längst überfällig. Wenn wir es ernst nähmen mit Trennung von Staat und Kirche, dann dürfte es keinen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen geben. In Berlin habe sie es vor drei Jahren richtig gemacht, ein Pflichtfach “Ethik” eingeführt und Religion als freiwilliges Zusatzangebot im Lehrplan gelassen. Eine sehr sinnvolle, rationale Regelung. Alle Schüler lernen zusammen, auf welchen Werten unsere Gesellschaft fußt, lernen Toleranz und könnten auch objektiv über die vielen Religionen lernen, die es auf der Welt gibt.

Wenn man aber sieht, mit welcher Vehemenz die Kirchenlobby in Form der Initiative “Pro Reli” in  Berlin gegen den Ethik-Unterricht vorgeht, bleibt ein solches Modell im Rest von Deutschland Illusion.

Dummerweise sind in der Bevölkerung und auch in den beiden “großen” Parteien, viele sog. Gläubige. Und leider zeichnen  sich religiöse Menschen nicht gerade durch Rationalität und Vernunft aus, wenn es um Ihre Religion geht.

"Wenn die Welt erst ehrlich genug sein wird, um Kindern vor dem 15. Jahre keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird etwas von ihr zu hoffen sein."
(Arthur Schopenhauer)

Letztens sind im Jemen zwei Frauen umgebracht worden. Nun wehrt sich Günter Nooke (CDU), Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung dagegen, das den Frauen in der aktuell in den Medien geführten Diskussion vorgeworfen wird, sie hätten missioniert und seien deshalb selber schuld. Natürlich darf und muss man den Frauen genau das vorwerfen. Auch wenn es ein allgemeingültiges Menschrecht ist, an Götter, Spaghetti Monster, die Zahnfee oder andere übernatürliche Wesen zu glauben, und es richtig ist, das niemand deswegen Nachteile erleiden darf, ist es doch Fakt, das nicht alle Menschen so tolerant sind. Ich will das nicht verharmlosen, wer zwei Leute umbringt, begeht ein schweres Verbrechen und gehört verurteilt und eingesperrt. Wenn man aber leichtfertig in ein Land reist, in dem Gewalt an Touristen nicht selten ist, und in dem Toleranz gegenüber Andersgläubigen nicht sehr verbreitet ist, dann darf man nicht die Schuld komplett auf andere schieben.

Es gibt einen alten Spruch, der man hin und wieder in Fahrschulen zu hören bekommt: “Und auf seinem Grabstein stand: Er hatte Vorfahrt”.