Zeitung Lesen

18. November 2009

Eine Zeitung zu lesen, ist antiquiert, gestrig. Mit dem Internet aufgewachsen, braucht die “Generation C64” keine klassische Zeitung mehr, hört man regelmäßig. Seit zwei Jahren lese ich Die Zeit. Doch in den letzten beiden Wochen habe ich sie nach einem Blick auf den Titel, einfach ungelesen auf dem Frühstückstisch liegen lassen. Eben fällt der Blick auf den Stapel und ertappe mich bei dem Gedanken, das Abo zu kündigen. Stattdessen fange ich an, in der Ausgabe der letzten Woche zu blättern. Ein Artikel über den Rassisten, der in Dresden eine Frau umgebracht hat. Ein Kommentar zu Westerwelles Start als Außenminister (“20000 Flugkilometer, ohne ein Fettnapf zu treffen”). Ein Kündigungsschreiben eines amerikanischen Armee-Diplomaten, der nicht mehr versteht, was die USA in Afghanistan tun. Das Dossier “Ein Land verlernt das Lesen” über die Unlust der Deutschen zu lesen, muss ich leider auf heute abend verschieben.

Morgen schaue ich wieder gleich rein, und lasse sie nicht liegen, auch wenn der Titel langweilt 🙂

Digitaz?

21. August 2009

Ich ertappe mich dabei, das ich in letzter Zeit öfter auf www.taz.de in die aktuelle Ausgabe schaue, die man auch online lesen kann. Aber irgendwie fehlt was. Sind die wenigen Bilder und das Layout tatsächlich so relevant für den Lese-Eindruck? Wahrscheinlich schon. Am meisten vermisse ich die Übersicht. Mit einem Blick erfassen, welche Artikel auf einer Seite angeboten werden, um dann zu entscheiden, ob und welchen man liest.

Eine Tageszeitung kommt überhaupt nicht in Frage. Die örtlichen bekomme ich beim Zahnarzt regelmäßig im Wartezimmer zu sehen. Das ist einfach nur unsäglich, was da geboten wird. Will ich mir nicht antun. Vor ein paar Jahren hatte ich mal die Süddeutsche im Abo, dann aber gemerkt, das ich nur wenig davon gelesen habe, an manchen Tagen gar nichts.

Die taz hat ein digitales Abo, genannt “Digitaz”. Man bekommt die aktuelle Ausgabe entweder per EMail oder kann sie runterladen. Es gibt verschiedene Formate.  HTML ähnelt im Aussehen sehr der Webseite. PDF, wo man das Original-Layout hat inklusive der Bilder. Ist allerdings zum Lesen nicht optimal, da man viel hin und her scrollen muss. Das EPub-Format, ein quasi-Standard für eBook-Lesegeräte, ist ein Mix aus beiden. Jede Zeitungsseite ist in schwarz-weiss im Original-Layout abgebildet, danach kommen die einzelnen Artikel als reiner  Text. 

Die preisliche Hürde ist relativ niedrig, kostet 10€ im Monat. Aber lohnt das, wenn ich jetzt schon weiss, das ich nicht jeden Tag intensiv darin lese? Ich probiere es einfach mal. Man kann es ja monatlich wieder kündigen.

Nachtrag: Hab es gerade bestellt. In der Bestätigungsmail steht:

Die Bestellung des digitalen Abonnements ist erfolgreich
bestätigt. In den nächsten Tagen bekommen Sie die Zugangsdaten.

Freundliche Grüße – das digi-abo-team.

Das glaub ich jetzt nicht. “Ich den nächsten Tagen” Ich erwarte, das sowas innerhalb eines Tages geht.